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21.01.2026

Le jeu: moteur d’avenir pour éducation21

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Die Schule bewegt sich in einem komplexen und unsicheren Umfeld. Gleichzeitig soll sie die Lernenden auf den Umgang damit vorbereiten. Diese Aufgabe fordert heraus, zumal immer noch eher richtige Antworten als Handlungskompetenzen belohnt werden. Spielen eröffnet Möglichkeitsräume, in denen Lernende Unsicherheit im geschützten Rahmen begegnen, Prozesse gestalten und Zukunft erproben können. Deshalb rückt éducation21 dieses Jahr das Spiel als Methode ins Zentrum.

Autrice

Gastautorin*: Klára Sokol, Direktorin der Fachagentur éducation21

Spielen und Unterricht gelten für viele als Gegensätze. In der Schule wird gelernt und gearbeitet, das Spiel ist für die Freizeit reserviert. Dabei stellt das Spielen, auch unter älteren Lernenden, einen hochkomplexen Lernprozess dar. Es verbindet kognitive, soziale, emotionale und körperliche Dimensionen eines Menschen. Was im Spiel erprobt wird, ist zwar fiktiv, aber nicht abstrakt. Es stellen sich echte Wertefragen, reale Zielkonflikte tauchen auf. Gerade im Kontext der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Denken, Fühlen und Handeln verbindet, sollten wir diese Lernchance nicht unterschätzen.

Spielend für die Realität trainieren

Unsere Gesellschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen durch Klimawandel, Digitalisierung, Einsatz von KI, Migration oder dem Wandel von Arbeit und Wirtschaft. Diese Prozesse sind komplex, dynamisch und von Unsicherheit geprägt. Sie erfordern Abwägungen, Perspektivenwechsel und verantwortliches Handeln unter offenen Bedingungen. Die Schule hingegen ist vielerorts noch stark auf Stabilität und Kontrolle ausgerichtet: Wissen ist in Fächer fragmentiert, Lernen zielt auf richtige Antworten und Reproduktion bestehenden Wissens. Doch gesellschaftlicher Wandel erfordert mehr: Wissen erweitert sich, Entscheidungen sind von Zielkonflikten geprägt, es existieren mehrere legitime Sichtweisen, und Handeln ist notwendig, obwohl seine Folgen oft ungewiss sind. Die Schule muss junge Menschen befähigen, Strategien zu entwickeln, um in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Ein Würfel mit einem lachenden Herz und einem traurigen Smiley liegt auf einer Zeichnung
Kinderzeichnungen und Kinderhände, die mit Knete spielen

Spiel mobilisiert

Hier setzt BNE an – und das Spiel erweist sich als besonders geeignete Methode. Es bietet einen «Möglichkeitsraum», der es erlaubt, komplexe Systeme zu simulieren, Zielkonflikte auszuhalten und Alternativen zu erproben. Schülerinnen und Schüler erleben, dass ihr Umfeld und die Zukunft gestaltbar sind. Sie können ausserhalb von normativen Konzepten Kompetenzen wie Handlungsfähigkeit, Perspektivenwechsel, Kompromiss- und Anpassungsfähigkeit trainieren. In Simulationen, Rollen- oder Planspielen übernehmen Lernende Rollen aus Politik, Wirtschaft oder Interessengruppen. Sie verhandeln Anliegen, erleben Machtverhältnisse und Abhängigkeiten und erfahren die Folgen ihrer Entscheidungen unmittelbar. So trainiert Spielen Handlungsfähigkeit: Wie treffe ich Entscheidungen unter Unsicherheit? Wie gehe ich mit widersprüchlichen Zielen um? Wie kooperiere ich unter Druck? In Verbindung mit BNE trägt Spiel als Methode dazu bei, die Schulen zukunftsfähig zu machen, Lehrpersonen gewinnen didaktische Vielfalt und Lernende erschliessen sich neue, erfahrungsbasierte Zugänge zu komplexen Themen.

Jugendliche spielen ein Rollenspiel
Kinder spielen ein Theaterstück

Kompetenzen fürs Leben

Spielen löst Emotionen aus: Freude, Spannung, Ehrgeiz, manchmal auch Frustration. Diese Gefühle wirken als starke Lernmotoren: Sie fördern die Motivation, verankern das Gelernte besser im Gedächtnis und bilden einen wichtigen Ausgangspunkt für die Metakognition, insbesondere die Reflexion. So geht der Lernprozess über das Spiel hinaus. Nicht nur die Resultate sind pädagogisch sinnvoll, auch die prozeduralen Kompetenzen unterstützen den allgemeinen Lernzuwachs und lassen sich auch für die Leistungsbeurteilung beiziehen. Wenn Schülerinnen und Schüler im Spiel handeln, verhandeln, scheitern, variieren und neu kombinieren werden Kompetenzen trainiert, die für die weitere Ausbildung, ein späteres erfolgreiches Berufsleben, aber auch für die gesellschaftliche Teilhabe zentral sind.

éducation21 unterstützt

Es sprechen also viele Gründe dafür, «Spielen als Methode» im Unterricht zu fördern. Nicht als Belohnung nach «ernsthaftem Lernen», sondern didaktisch fundiert und zielgerichtet. Um die Lehrpersonen optimal dabei zu unterstützen, widmet sich éducation21 in diesem Jahr schwerpunktmässig dem Spiel. Wir entwickeln geeignete Unterrichts- und Begleitmaterialen für den Einsatz der Methode im Unterricht und richten auch unsere grossen Veranstaltungen thematisch darauf aus. 

*Die Meinungen von Gastautoren repräsentieren nicht zwingend die Haltung der EDK.

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