Anna zieht um – warum ihr die Harmonisierung in der obligatorischen Schule dabei hilft
Warum Anna in der neuen Schule trotz Umzug nahezu nahtlos anknüpfen kann. Der Blogbeitrag von Klàra Sokol.Bei einem Umzug ist vieles neu. So auch für Anna, die nach den Sommerferien in die vierte Klasse kommt. Dank der Harmonisierung der obligatorischen Schule über alle Kantone hinweg ist glücklicherweise aber nicht alles ganz neu für Anna. Ein Blogbeitrag von Klàra Sokol.
Anna geht in Zug in die dritte Klasse. Bald muss sie sich von ihren Klassenkameradinnen und -kameraden verabschieden, denn ihre Familie zieht nach Stans um. Anna freut sich, ist aber gleichzeitig auch etwas nervös. Der Umzug bringt Vieles mit sich: eine neue Umgebung, neue Freunde und eine neue Schule. Mit Blick auf die Bildung muss sich Anna keine Sorgen machen. Egal ob im Tessin, in der Waadt, in Graubünden – in der Schweiz finden Kinder und Jugendliche in der obligatorischen Schule unabhängig von ihrem Wohnort die gleichen Rahmenbedingungen vor. Diese betreffen das Schuleintrittsalter, die Dauer und Ziele der Bildungsstufen, einheitliche sprachregionale Lehrpläne und Übergänge zwischen den Bildungsstufen. Das Schulsystem soll gemäss Bundesverfassung in diesen Eckwerten harmonisiert sein. Auf diese Weise wird Mobilität ermöglicht sowie Vergleichbarkeit und Chancengerechtigkeit sichergestellt. Anna kann in der neuen Schule nahezu nahtlos dort anknüpfen, wo sie aufgehört hat.
Die Kantone, in deren Verantwortung die obligatorische Schule liegt, sorgen für diese Harmonisierung. Der neuste Bilanzbericht zeigt: Die Harmonisierung in der obligatorischen Schule ist bezüglich Strukturen und Zielen in der ganzen Schweiz weit vorangeschritten.
Klares Bekenntnis für ein starkes Bildungssystem
Auch wenn es aus der heutigen Sicht als selbstverständlich erscheint, verlief der Weg zur Harmonisierung als intensiver Prozess unter gemeinsamem Engagement aller Kantone. Den Auftakt dazu gaben vor zwanzig Jahren, am 21. Mai 2006, 86 % des Schweizer Stimmvolks und alle Stände, indem sie die revidierten Bildungsartikel in der Bundesverfassung annahmen. Das Resultat war ein starkes Zeichen und klares Bekenntnis für eine hohe Qualität, Chancengerechtigkeit, Durchlässigkeit und Mobilität im schweizerischen Bildungssystem.

Die Kantone haben den Auftrag der Bevölkerung entgegengenommen und seither viel dafür geleistet, die Eckwerte im Bildungssystem gesamtschweizerisch zu harmonisieren. Es wurden gemeinsame Rechtsgrundlagen geschaffen, nationale Bildungsziele definiert, sprachregionale Lehrpläne erstellt und Monitoring-Massnahmen festgelegt. Der aktuelle Stand der Harmonisierung bildet das Resultat der intensiven gemeinsamen Bemühungen aller 26 Kantone ab – und das über die letzten zwanzig Jahre hinweg.
Im Dienst der Kinder und Jugendliche
Bei allen Bemühungen stehen Kinder und Jugendliche im Zentrum – so wie unsere Anna. Für sie alle haben wir in den letzten zwanzig Jahren gearbeitet und die Bildungsstrukturen harmonisiert. Alle Kinder und Jugendlichen in der Schweiz sollen entsprechend ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten mittels guter Bildung bestmöglich gefördert werden. Sie sollen ihre kulturelle Identität entwickeln und ihre Chancen auf ein erfülltes Leben nutzen können. Die Basis dafür ist eine hohe Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz. Ein harmonisiertes Schulwesen stellt eine wichtige Voraussetzung hierfür dar.
…und Anna wünschen wir viel Freude in der neuen Schule, in der sie viel Bekanntes antreffen wird.


