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06.05.2026

20 Jahre 95%-Ziel und Bildungsbericht

20 Jahre 95%-Ziel und Bildungsbericht

Die Zielsetzung, dass 95 % der Jugendlichen in der Schweiz bis zum Alter von 25 Jahren einen formalen Abschluss der Sekundarstufe II erreichen sollen, ist wohl das prominenteste bildungspolitische Ziel von Bund und Kantonen. Es ist Teil der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele für den Bildungsraum Schweiz und das einzige Ziel, das quantifiziert wurde.

Das 95 %-Ziel wurde erstmals in den «Leitlinien zur Optimierung der Nahtstelle obligatorische Schule – Sekundarstufe II» vom 27. Oktober 2006 erwähnt. Es geht auf eine Initiative der EDK zurück. Bund und Kantone sowie die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) haben es gemeinsam formuliert – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der damaligen Lehrstellenkrise.

2006 war auch das Startjahr des Schweizer Bildungsberichts. In der Pilotfassung des Bildungsberichts von 2006 wurde das 95 %-Ziel im Kontext eines europäischen Benchmarks erwähnt, bei dem es um die Zahl der Jugendlichen mit einem Abschluss auf der Sekundarstufe II ging. 2026 blicken wir sowohl auf 20 Jahre Bildungsbericht und somit auf 20 Jahre 95 %-Ziel zurück. Das Ziel konnte in diesen 20 Jahren nie erreicht werden, in den letzten Jahren ist die Zielerreichung gar wieder gesunken. Derzeit liegt die nationale Abschlussquote bei rund 90 %.

Vor diesem Hintergrund haben die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK, eine Fachkonferenz der EDK) und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gemeinsam mit den Organisationen der Arbeitswelt am 5. Mai 2026 in Bern eine Fachtagung zum 95% -Ziel durchgeführt. Teilgenommen haben rund 300 Personen.

Im Fokus stand eine gemeinsame Standortbestimmung. Sie bot Raum, die Erkenntnisse des Bildungsberichts 2026 mit Schwerpunkt auf dem 95 %-Ziel zu vertiefen, zentrale Erfolgsfaktoren zur Erhöhung der Abschlussquoten im Rahmen der Verbundpartnerschaft zu diskutieren sowie bewährte Praxisbeispiele sichtbar zu machen. Darüber hinaus förderte die Tagung den fachlichen Austausch und die Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure. Im Anschluss an die Tagung wird ein fachlicher Tagungsbericht erstellt und den zuständigen Gremien zur weiteren Bearbeitung zugestellt.